|
Seltsam, dass kaum jemand in der Schweiz Favez zu kennen scheint und die Lausanner Rockband im Ausland wesentlich grösser ist als in ihrem Heimatland. Sogar hier in England scheinen sie einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht zu haben. Wie dem auch sei. Nach einer über zehnjähriger Bandkarriere in der man im Stande war jede einzelne Scheibe anders klingen zu lassen, erscheint nun endlich das siebente Studioalbum unter dem Namen Favez (früher hiessen sie Favez Disciples) Auch nach einer solch langen Geschichte, hören sich Favez immer noch extrem frisch an. Man hat das musikalische Spektrum zwar nicht sehr viel erweitert, war jedoch zumindest im Stande die verschiedenen Klänge längst vergangener Zeiten miteinander zu verschmelzen. „En Garde“ könnte man am besten als eine Mixtur aus „Bellefontaine Avenue“, „Old And Strong In The Modern Times“ und „Bigger Mountains And Higher Flags“ beschreiben. „Tearing Down The Highway“ ist ein typisch schneller Rocksong wie man ihn von Favez kennt und erinnert stark an die vorletzte Scheibe. Bei „Living in The Past“ kramen Favez „A Sad Ride On The Line Again“ Zeiten hervor und vermischen es mit Zeitgemässem Indierock. Mit „Closet Astronaut“ bringen Favez aufgrund der Gesangstechnik Parallelitäten zu „Everywhere is Home“ von The Shell zum Vorschein. Steven Wilson von Procupine Tree sagte einmal, dass er es liebe wunderbare harmonische Songs aufzubauen und anschliessend die schönen Melodien mit Lärm zu zerstören. Genau diese Note wollte man wahrscheinlich bei „A Silent Man“ unterstreichen, denn nach einem wunderbaren leisen Aufbau, scheint die anschliessend einsetzende Gitarre recht aggressiv und zerstört jegliche Harmonie des Songs. „The Kids“ ist der bisher poppigste Song in der Geschichte dieser Band. Schon nach dem ersten Durchlauf scheint es, aufgrund eines sehr ekstatisch dargebotenen Gesangs, unmöglich den Refrain wieder aus dem Gehörgang zu bringen. Internet porn? I like it! I like it! Bands with animal names? I love it! I Love it! Making your mother proud? I hate it! I hate it! Am Schluss gibt es einen Track der zu Begin ein wenig an “Time To Waste” von Alkaline Trio erinnert, jedoch wenn das Schlagzeug einsetzt sich eher wie „Time“ von Pink Floyd anhört. Der Track baut am Ende dieser Scheibe enorme Spannung auf, lässt den Hörer jedoch hilflos im nirgendwo sitzen. Favez bewiesen mit „En Garde“, dass auch im Jahre 2011 der beste Schweizer Underground Rock aus Lausanne kommt. Selten blieb sich eine Band dermassen Treu wie Favez, entwickelte sich trotzdem weiter, liess sich weiterhin von anderen Bands beeinflussen und hörten sich nach einer über Zehnjährigen Bandkarriere dermassen frisch an! Eric a.k.a. keingerede
|