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Charlotte Parfois - Komödie

„Merde à la chanson français.“ Mit einem Beatboxintro, dröhnt das erste Gesangsfragment aus den Boxen, abgerundet mit einem dadaistisch angehauchten Klangteppich was sich dem Hörer schliesslich als ausgetüftelte Soundcollage offenbart. Immer wieder wird das Französische Lied verflucht bis sich aus dem Beck’schen Beat ein sehr hoch gesungener Chor herausfiltriert der bis zur Verstummung des ersten Songs „Somewhere Over The Rainbow“ wiederholt. Was von „Qu’ils se Taisent“ am Schluss hängen bleibt, ist dass man Französische Lieder hassen sollte.

Charlotte Parfois, so der Name dieser Welschen Band, legen mit Komödie ihr drittes Album vor. Es wird eine paranoide, sehr seltsame Verschmelzung aus diversen Stilrichtungen geboten, wobei man damit sehr viele Ähnlichkeiten, wenn auch auf einem komplett anderen Niveau, mit Beck aufweist. Komödie hört sich an als hätte eine dadaistische Kunstschule auf dem Nachhauseweg von einem langen, ernüchternden Workshop über Französischen Chanson ungeschützten Geschlechtsverkehr mit Beck und Tom Waits. Bei „Guitare Spectrale“ wird sogar noch instrumentaler Surf Rock à la Ennio Morricone geboten. So verstörend das ganze Bild auch wirkt, genauso hört sich diese Scheibe an. Zum Abschluss dieser vierzig Minuten wird mit „Arabisch“ ein Mani Matter Song in einem genau so verwirrenden Klangspektrum dargeboten.

Ehrlich gesagt, glaube ich kaum, dass Charlotte Parfois irgendein Zielpublikum ansprechen wird. Ob die Gesellschaft für Musik dieser Art überhaupt bereit ist? Komödie hört sich an wie das Endprodukt der Do-It-Yourself-Dada-Gedicht-Beschreibung. Man nimmt einen Zeitungsartikel, schneidet jedes Wort einzeln aus, wirft alles in ein Couvert, legt die Wörter genau so nebeneinander wie man sie herausnimmt und schon hat man sein eigenes dadaistisches Gedicht. Charlotte Parfois machte dasselbe einfach mit Klängen. Komödie ist deshalb prinzipiell keine schlechte Scheibe, nur erscheint das Gesamtwerk ermüdend, da man schlichtweg mit viel zu vielen Schnipseln zur selben Zeit bombardiert wird. Charlotte Parfois legen damit leider nur ein durchschnittliches Werk vor, welches in meinem CD-Regal verstauben wird.

Eric a.k.a. keingerede

Der Videoclip zu Y croyez-vous war einst Videoclip der Woche bei SF2. Zur Erläuterung wie sich das ganze anhört, könnt ihr ihn hier ansehen:

Rated 6